Mehr Reiniger macht nicht mehr sauber. Oft macht er nur mehr Arbeit. Zu viel Produkt kann Rückstände, Schlieren, unnötige Kosten und zusätzliche Belastungen verursachen. Zu wenig kann die Wirkung verfehlen. Richtig dosieren heißt deshalb: Vorgabe lesen, Wassermenge kennen, Dosierhilfe benutzen.
Augenmaß ist keine Maßeinheit
„Ein guter Schuss“ sieht bei jedem anders aus. Eine belastbare Lösung entsteht erst, wenn Produkt, Anwendung, Oberfläche, Wassermenge und freigegebene Konzentration zusammenpassen. Die Vorgabe kann sich außerdem je nach Verfahren unterscheiden. Ein Wert für die Unterhaltsreinigung ist nicht automatisch der Wert für eine stärkere Zwischenreinigung.
Bevor der Kanister aufgeht
- Produkt prüfen: Name, Etikett und aktuelle Dokumente passen zusammen.
- Tätigkeit klären: Was soll auf welcher freigegebenen Oberfläche passieren?
- Wassermenge bestimmen: Nicht „ungefähr ein Eimer“, sondern die tatsächlich verwendete Menge.
- Herstellervorgabe lesen: Konzentration oder Dosieranweisung für genau diese Anwendung.
- Dosierhilfe verwenden: System, Messbecher oder Pumpe müssen zum Produkt passen.
- Arbeitsgebinde kennzeichnen: Keine anonyme Mischung auf dem Wagen.
- Ergebnis beobachten: Rückstände oder ungewöhnliche Wirkung melden, nicht mit noch mehr Produkt bekämpfen.
Ein Rechenbeispiel ist keine Produktfreigabe
Bei einer Vorgabe von 0,5 Prozent wären für zehn Liter gebrauchsfertige Lösung rechnerisch 50 Milliliter Konzentrat erforderlich. Dieses Beispiel zeigt nur die Rechnung. Es sagt nicht, dass 0,5 Prozent für Ihr Produkt, Ihre Fläche oder Ihre Tätigkeit richtig sind. Dafür gilt ausschließlich die bestätigte Vorgabe.
Wenn etwas nicht passt: Stopp statt Nachkippen
Fehlt die Dosierhilfe, ist das Etikett unklar oder weicht die Anwendung vom Plan ab, wird nicht improvisiert. Auch Schaum ist kein Qualitätsnachweis. Die BAuA erklärt die Rolle des Sicherheitsdatenblatts; die DGUV Regel 101-605 ordnet Dosierung und sicheren Umgang in die Gebäudereinigung ein.
Im Objekt muss die richtige Dosierung einfach ausführbar sein – auch in Vertretung und unter Zeitdruck. Wie wir solche Standards in laufende Abläufe bringen, steht bei unserer Unterhaltsreinigung.




