Das Raster ordnet Sanitärobjekte, Waschplatz, Boden, Behälter und Verbrauchsmaterial getrennten Kontrollfragen zu. Es berechnet keine allgemeingültige Reinigungsfrequenz.
Vier Kontrollklassen
Die Datenstruktur erfasst je Position Aufgabe, sichtbares Kontrollsignal, mögliche Bedarfsreaktion und Quelle. Damit wird eine Leistungsverzeichnisposition von einer bloßen Raumbezeichnung unterscheidbar.
| Klasse | Inhalt | Messbare Dokumentation |
|---|---|---|
| S | Sanitärobjekte | Position und festgestellter Zustand |
| W | Waschplatz | Becken, Armatur und Funktion |
| B | Boden und Raum | Nässe, Verschmutzung, Rutschhinweis |
| V | Versorgung und Behälter | Füllstand, Leerung, Nachfüllung |
Anwendung im Raumbuch
- Jede Position einer Kontrollklasse zuordnen.
- Planleistung und Bedarfsreaktion getrennt führen.
- Zeitpunkt und verantwortliche Rolle dokumentieren.
- Abweichung mit Ursache statt nur mit Haken erfassen.
Die Klassen erleichtern Auswertung und Übergabe. Sie sollen keine zweite, unverbundene Checkliste neben dem Leistungsverzeichnis erzeugen.
Was die Quellen nicht beantworten
Aus dem Raster folgt keine vorgeschriebene Software, Punktzahl oder Frequenz. Zusätzliche Anforderungen können sich aus Nutzung, Hygieneplan oder branchenspezifischen Regeln ergeben.
Jonas-Einordnung: Ein gutes Prüfraster reduziert Interpretationsspielraum, ohne die reale Nutzung zu ignorieren. Es zeigt, welche Aussage ein Kontrollpunkt tatsächlich trägt.
Von der Information zur belastbaren Umsetzung
Vor dem Einsatz wird das Raster mit Raumtyp, Ausstattung, Öffnungszeit und erwarteter Nutzung verbunden. Dieselbe Kontrollklasse kann je Objekt unterschiedliche Positionen enthalten. Ein Waschplatz in einem Verwaltungsgebäude ist organisatorisch anders zu behandeln als eine Anlage in Produktion oder Publikumsverkehr. Deshalb bleibt die Struktur standardisiert, während Frequenz und Reaktionszeit objektspezifisch festgelegt werden.
Jeder Kontrollpunkt erhält eine Sollbeschreibung, eine eindeutig zuständige Rolle und eine Regel für Abweichungen. Wo Verbrauchsmaterial durch den Auftraggeber gestellt wird, muss der Übergabepunkt ebenso klar sein wie bei einer Beschaffung durch den Dienstleister. Störungen an Spendern oder Sanitärtechnik gehören nicht verdeckt in eine Reinigungsbewertung, sondern in einen eigenen Meldeweg.
Prüfung und Dokumentation
Für Auswertungen sollten planmäßige Kontrolle, festgestellte Abweichung und ausgeführte Korrektur getrennte Datenfelder sein. Nur so wird erkennbar, ob ein Bereich stabil war oder nachgearbeitet wurde. Fotoaufnahmen sind wegen Personenbezug und sensibler Raumnutzung zurückhaltend einzusetzen. Stichproben benötigen festgelegte Zeitfenster und dürfen nicht allein auf besonders problematische Zeitpunkte konzentriert werden.




